Sonntag, 29. März 2009

Jacques Loussier Trio / St. Ingbert

Zu dem Konzert selber gibt es nicht viel zu sagen. Es lässt sich ziemlich kurz zusammenfassen.

Jacques Loussier rockt.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Set-List überflüssig: Play Bach. Well played.

Seine beiden Co-Musiker sind phantastisch. Mit Benoit Dunoyer de Segonzac am Bass gibt es einen neuen Kandidaten für meine Traumcombo (müsste Bruno Chevillon dringend mal wieder sehen & hören...). André Arpino hat an den Drums leider wenig Chancen, da Jack De Johnette nicht zu übertreffen ist (wobei ich da wirklich offen bin), aber sein Zusammenspiel mit den anderen beiden war äußerst exakt und ständig auf sie abgestimmt. Filigran erstellten die drei zusammen ihre Klangwelten. Kleine Welten, aber in denen sich wie in Kleinodien all jene Farben brachen, die Bachs Welt durchfließen. Gemischt mit dem unverwechselbaren Spiel von Loussier.
Ich persönlich bin erleichtert. Nach meinen beiden letzten Konzerterfahrungen (Cedar Walton, Lew Soloff) hatte ich fast die Befürchtung, dass das Alter der Musiker einer der Faktoren sein könnte, dass sie etwas weniger Eindruck bei mir hinterließen, als vorher erhofft. Loussier zeigte, dass es das nicht sein kann. Sicher spielt er anders als in den 60er Jahren und ist auf der Bühne sichtlich ein alter Mann, aber um kein Deut weniger ausdrucksstark oder virtuos als in früheren Jahren. Oder humorloser. Die in einander verwobenen Ideen (angedeutete Fugen in den Improvisationsteilen, Wechsel in andere Musikgenres) kommen in seinem Spiel frisch daher. Und was alle drei auszeichnete und auf das Publikum sicher auch immer überspringt: sie hatten Freude zusammenzuspielen.

Zu loben gibt es auch andere Dinge (und da sage jemand, ich würde Konzerte immer nur verreißen): das Konzert war ausgezeichnet abgemischt und es gab weder vor dem Konzert, noch in der Pause oder nach dem Konzert irgendeine Berieselung mit nicht passender Musik, was den Genuß eines Konzertes gleich vervielfacht. Stille ist nötig, damit Musik wahrgenommen werden kann -- vielen Dank, St. Ingbert!