Montag, 29. Juni 2009

Spy Kowlik

Ska ist nun sicher nicht meine Musikrichtung. Das liegt daran, dass sich für meine (in dieser Richtung zugegebenermaßen ungeschulten Ohren) nach der ersten Minute einfach nichts mehr ändert. Und nach drei bis fünf Titeln auch sonst nicht viel Neues passiert. Ich begab mich dennoch auf das Altstadtfest in Trier, um mir eine Band anzuhören, in der ein Musikerkollege mitspielt. Er sagte einmal entschuldigend, dass sie nur Eigenkompositionen spielen würden. Für mich vermutlich der ausschlaggebende Grund dort überhaupt hinzugehen.
Und ich muss sagen: "Spy Kowlik" rockte den Kornmarkt. Aber so richtig. Ein animierender Sänger und v.a. eine Bläser-Section, über die man in Abwandlung des Zitates von Donald "Duck" Dunn sagen kann: "It was a horn section powerful enough to turn goat piss into gasoline."
Kann ich wirklich nur empfehlen.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Mousse

Nicht nur Brownies sind dazu geeignet, ein ausreichendes Maß an Schokolade auf kleinem Raum zu versammeln. Und störende Elemente (Teig, Früchte ö.ä.) fernzuhalten. Auch der Mousse-Kuchen ist da eine sehr schöne Überraschung. Da er entgegen der Namensgebung keinerlei Mehl enthält, sondern nur Sahne, Schokolade, einer und noch ein bissl mehr Schokolade. Die Schokolade wird so in drei Konsistenzformen (Bodenimitat, Mousse als Füllung, Gasur) überführt und dargereicht. Ausgezeichnet!

Multi Reading / Broken Sax

Manche Personen lesen viel. Andere eher nichts. Flo liest immer wieder 50 Bücher. Es bleibt offen, ob gleichzeitig, nacheinander oder durcheinander (s. 06.12.2008). Jutze ist da etwas präziser und ich erkenne mich in seiner beschriebenen Polybibliophilie wieder. Fühle mich ertappt. Es gibt kaum eine Zeit, an der nicht verschiedene Bücher angefangen werden und in unterschiedlichen Intervallen gelesen werden. Das "Lesestoff"-Fensterchen zeugt davon.Manche der Bücher ertrage ich auch gar nicht an einem Stück. WozuKurzgeschichten von Murakami ohne Unterbrechung lesen. Jede läd dazu ein, bei ihr zu verweilen. Inne zu halten und nachzuschmecken. Der Bär mit seinem Saxophon braucht viel Zeit. Oder ich jedenfalls für ihn.
Mein Bari-Sax habe ich wohl zunächst einmal weitestgehend vernichtet. Nach einem Sturz ist es so beschädigt, dass die Reperatur für mich wohl eher ausscheidet. Zumindest erscheinen mir meine Prioritäten derzeit so. Abwarten.Sicherheitshalber sei dem Ereignis aber schonmal hier ein Haiku gewidmet.

Ein kurzer Sturz
ein Aufprall
Leichtigkeit auf meinem Rücken.

Donnerstag, 9. April 2009

Online Chartbox

Da war es so weit. 1000 gehörte Titel bei last.FM -- das sollte doch eine gute Basis für meine Charts sein. Neben den monatlich bei mir meistgespielten Titeln ("Digital Beatbox") nun auch das, was ich sonst noch so über das Netz höre ("Online Chartbox").

Mittwoch, 8. April 2009

Song Fu 3_3

Die Aufgabe der dritten Runde des dritten Song Fu-Contests brachte eine etwas freiere Aufgabe als die zweite Runde ("...to write a song with the title “It All Makes Sense At The End”') und setzte damit viel kreative Energie frei. Dies machte die Auswahl von fünf Top-Songs sehr schwierig.

Mehrere der Contestanten stellten sich dem Problem, dass viele Filmgeschichten entweder nur schwer nachzuvollziehen sind -- oder der Film an sich davon lebt, dass erst am Ende klar wird, was des Rätsels Lösung ist (so it will all make sense at the end). Joe "Covenant" Lamb, Crabbydad und Mick Bordet bearbeiteten an recht ähnlichem Filmmaterial auf sehr unterschiedliche Art und mit unterschiedlichem qualitativem Ergebnis diese Aufgabe. Crabbydad überraschte nach zwei Songs mit viel Effekten mit einem schönen Country-Song, während ich mich bei Mick Bordet diesmal fragte, ob er überhaupt singen kann. Mein Punkt ging aber an den Covenant, da die Version musikalisch wie textlich am ausgereiftesten war.

Jutze machte das, was er eigentlich richtig kann: Heavy-Death-Dark-Metal-Rock (oder sowas). Und das über die Erstellung satanischer Pfannkuchen -- als ich das letzte Mal Crêpes (oder wie immer man die schreibt) mit ihm machte, hatte ich ganz übersehen, was für eine dunkle Angelegenheit das ist. Ich kann dem "Masked Stranger" nur Recht geben (der wieder eine gute textliche Leistung hinlegte, aber leider nicht meinen Musiknerv trifft...): "[...], Jutze, you really pulled it off."

Viele Songs drehten sich auch um die alltäglichen Grausamkeiten des Lebens und die Frage, ob es am Ende wirklich einen Sinn ergeben wird. Hank Green untersuchte in einer wunderschönen traurigen Ballade, womit er seine Lebenszeit so verbracht hat bis zu diesem Zeitpunkt. Hazen Nester sah das ganze von einem etwas negativeren Standpunkt ("exchange your passions for necessities"; "you wave goodbye to opportunities"). Jeff McDougall war auf der Suche nach der Bedeutung der Redensart "it all makes sense at the end". Zwei Punkte gingen von mir an diese Gruppe. Insane Ian fand eine Möglichkeit, diese alltäglichen Geschichten so zu gestalten, dass sie tatsächlich offene Enden hatten. Und die schönste Geschichte um diese Frage schrieb allerdings Mike Lombardo, die darüber hinaus noch ein Wortspiel (sense - cents - scents) enthielt. Wunderbar!

Edric Haleen schlug in die Wunde, in die bereits Genesis mit "Jesus he knows me" klopften. Das allerdings böser. An angry young man! Ausgezeichneter Song. Kein weiterer Kommentar nötig!

Einen ausgezeichneten Song reichte auch Molly Lewis ein, doch war es leider so, dass er die geforderte Formel nicht für den Zuhörer erfüllte. Das Ziel war zwar erahnbar und ich mag Leute, die Wikipedia kritisch hinterfragen, aber aus formalen Gründen kein Punkt. Nur an alle Leser: Song anhören, auf Youtube anschauen!
Der Rest war weniger der Rede wert. Wer aber mal bei Song Fu reinhören möchte, dem kann ich diese Runde nur empfehlen, da die Songs nahezu alle sehr gut sind! Armutszeugnis der "Master": keiner hat mehr einen weiteren Song nachgelegt. Ausruhen auf Lorbeeren aus anderen Runden ist langweilig! Buh!

Zum Gesamtergebnis in Stimmen von mir bis zu dieser (letzten) offenen Runde:
  • Insane Ian - drei Stimmen
  • Jutze - drei Stimmen
  • Mike Lombardo - zwei Stimmen
  • Edric Haleen - zwei Stimmen

Dienstag, 7. April 2009

Zen in der Bibliothek

Dies ist der Start einer neuen Serie, die teilweise den "Fragen an die Welt" zuzuordnen ist, andererseits aber gewisse Grundprinzipien des Zen zum Gegenstand hat. Und dies eher auf eine aufgenzwinkernde Weise. Wem das keinen Spaß macht, oder wer dem Zen so angehaftet ist, dass er/sie tiefe Probleme mit meiner Auslegung haben sollte, den möchte ich bitten, vom Lesen dieser Kategorie in meinem Blog abzusehen.

Als Psychologe und leicht Zen-interessiertes menschliches Wesen kam ich nicht umhin, nach den Unterschieden zwischen kognitiver Umstrukturierung (besonders dem "positive Reframing") und einer dem Zen entsprechenden offenen und unvoreingenommenen Betrachtungsweise meiner Umwelt zu suchen. Unsere Universitätsbibliothek lieferte mir einige Umstände, an denen ich mir die Unterschiede klar machen durfte.

1) In der Bibliothek ist zu Stoßzeiten selten annähernd genügend Personal an dem einen Rückgabe-, Abholungs- usw. Schalter; so kommt es zu ziemlichen Schlangen; meistens unterhält sich das Personal auch ausgiebig, ohne von den Wartenden Notiz zu nehmen.

Positive Reframing:
- Selbstperspektive: "Jetzt habe ich Zeit, meinen Abend zu planen/ meine Einkaufsliste zu schreiben"
- globale Perspektive: "Es ist schön, dass die Mitarbeiter hier ein so gutes Betriebsklima haben"; "Schön, dass es noch einen Ort im gehetzten Berufsleben gibt, an dem Ruhe und Gemütlichkeit Vorrang haben"

Zen:
- "Ich stehe in einem Raum mit anderen wartenden Menschen." (Spätestens danach Öffnung der Wahrnehmung für unvoreingenommene Aufnahme der Umgebung)


2) Die Universitätsbibliothek hat zwar einige Eingänge und auch die Vorrichtung, dass viele Ausgänge mit Ausleihschaltern existieren könnten, in der Regel ist aber nur ein Schalter offen, an dem man sowohl ausleihen, wie auch zurückgeben kann. Der ist von manchen Teilen der Universität dann aber doch ein Stück entfernt.

Positive Reframing:
- "Jetzt kriege ich wieder ordentlich Bewegung."

Zen:
- "Ich gehe durch Räume mit Menschen und Büchern." (Spätestens danach Öffnung der Wahrnehmung für unvoreingenommene Aufnahme der Umgebung)


3) Mit dem online-Bibliothekskatalog ist es nicht möglich, nach den Signaturen von Büchern zu suchen. Findet man also einen alten Zettel, der eine Zusammenstallung von (ehemals) interessanten Büchern in Signatur-Kodierung enthält, dann bleibt einem nur das Suchen in der Bibliothek, um festzustellen, ob die Bücher immer noch von Interesse sind.

Positive Reframing:
"Prima. Nun kriege ich ordentlich Bewegung, wenn ich die Bücher zusammensuchen gehe."

Zen:
- "Es ist halt so. Ich gehe die Bücher nach den Signaturen suchen."
- "Wahrscheinlich sind die Bücher nicht so wichtig gewesen oder ich hatte sie längst ausgeliehen. Warum also an der Vergangenheit haften?"


Vielleicht habe ich die Unterschiede deutlich machen können. Für diejenigen, die mich nicht persönlich kennen und denen die Meta-Ironie entgeht, sei noch angemerkt: hier ist auch festgehalten, über welch unwichtige Dinge man sich aufregen kann. Wem das nicht auffällt, der sollte es vielleicht dringend mal mit positive Reframing und/oder Zen versuchen!

Sonntag, 29. März 2009

Jacques Loussier Trio / St. Ingbert

Zu dem Konzert selber gibt es nicht viel zu sagen. Es lässt sich ziemlich kurz zusammenfassen.

Jacques Loussier rockt.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Set-List überflüssig: Play Bach. Well played.

Seine beiden Co-Musiker sind phantastisch. Mit Benoit Dunoyer de Segonzac am Bass gibt es einen neuen Kandidaten für meine Traumcombo (müsste Bruno Chevillon dringend mal wieder sehen & hören...). André Arpino hat an den Drums leider wenig Chancen, da Jack De Johnette nicht zu übertreffen ist (wobei ich da wirklich offen bin), aber sein Zusammenspiel mit den anderen beiden war äußerst exakt und ständig auf sie abgestimmt. Filigran erstellten die drei zusammen ihre Klangwelten. Kleine Welten, aber in denen sich wie in Kleinodien all jene Farben brachen, die Bachs Welt durchfließen. Gemischt mit dem unverwechselbaren Spiel von Loussier.
Ich persönlich bin erleichtert. Nach meinen beiden letzten Konzerterfahrungen (Cedar Walton, Lew Soloff) hatte ich fast die Befürchtung, dass das Alter der Musiker einer der Faktoren sein könnte, dass sie etwas weniger Eindruck bei mir hinterließen, als vorher erhofft. Loussier zeigte, dass es das nicht sein kann. Sicher spielt er anders als in den 60er Jahren und ist auf der Bühne sichtlich ein alter Mann, aber um kein Deut weniger ausdrucksstark oder virtuos als in früheren Jahren. Oder humorloser. Die in einander verwobenen Ideen (angedeutete Fugen in den Improvisationsteilen, Wechsel in andere Musikgenres) kommen in seinem Spiel frisch daher. Und was alle drei auszeichnete und auf das Publikum sicher auch immer überspringt: sie hatten Freude zusammenzuspielen.

Zu loben gibt es auch andere Dinge (und da sage jemand, ich würde Konzerte immer nur verreißen): das Konzert war ausgezeichnet abgemischt und es gab weder vor dem Konzert, noch in der Pause oder nach dem Konzert irgendeine Berieselung mit nicht passender Musik, was den Genuß eines Konzertes gleich vervielfacht. Stille ist nötig, damit Musik wahrgenommen werden kann -- vielen Dank, St. Ingbert!

Donnerstag, 12. März 2009

Lew Soloff Quartett / Trier

Eine von den Fragen an die Welt könnte sein, weshalb in Wittlich interessante Jazzkonzerte stattfinden, die halbe Jazzwelt nach St. Ingbert pilgert, aber Trier irgendwie leer ausgeht. Ohne eine Antwort darauf zu haben war es umso mehr Grund, zum Lew Soloff Quartett zu pilgern, um zu zeigen, dass es Leute gibt, die auch in Trier etwas Jazz mit Sahne haben wollen.
Lew Soloff, mir besonders im Ohr dank Miles Evans' lautgewaltiger Bandvorstellung auf dem "Last Sessions"-Album von Gil Evans & Sting, kam im Paket mit Jean-Michel Pilc, Francois Moutin -- und ganz besonders Billy Hart. Ja, dem schlag- wie wortgewaltigen Begleiter von Rafi Zabors Bär ("Heißt das, du weißt nicht über die drei Sorten Riffs Bescheid?"). Die "credits" der beteiligten Musiker wie meine eigenen Hörerfahrungen mit zumindest zwei der vier, setzten hohe Erwartungen und ich war gespannt.

Das Konzert fing auch ausgezeichnet an. Eine filigrane "So what"-Version, die den Charakter des Stückes in eine dadaistische Übertreibung des modalen Kompositionsgedanken austrieb und deren strukturell verbindendes Element, der Überrest, das harte Skelett nur die Bassfigur war, die sich in Begleitung wie den Soli verarbeitet wiederfand. "Clinton Park View" war das schnelle Stück des ersten Sets und nachdem zumindest die schlimmsten Soundprobleme gelöst schienen, war es die Möglichkeit für die Musiker, sich freizuspielen und zu einem überzeugenden homogenen Klang zu finden.
Waren diese beiden ersten Stücke vor allem von einem Spiel an den Grenzen der Alteriertheit, fast Atonalität geprägt, zeigte sich in der Ballade ("We'll be together again") ein komplett anderes Bild: in allerruhigster, gefühlvoller Manier wurde jedem Takt, jeder Note, dieses Stückes ein breiter Raum gegeben. Im Mittel fast überkonventionell, fanden sich doch an den Rändern verspielte Details, die das Stück zu einem samtweichen Hörgenuß werden ließen.
Mit "Mean what you say" als letztem Stück des ersten Sets gab es dann nochmal ein Show-Off von allen, das jedem Frühshoppen in Deutschland Ehre gemacht hätte (in puncto Berechenbarkeit und Schunkeln), aber gleichzeitig auch insbesondere Thad Jones Ehre machte (Dank Lew Soloffs furiosem Trompeten-Solo).
Das zweite Set ging gerade so weiter, war aber insbesondere deswegen schwieriger, da lange Kompositionen gespielt wurden, die deutlich schwerer nachzuvollziehende Formen hatten (einer meiner Begleiter nickte sogar nach eigenem Geständnis kurz ein...), doch zeigten die Musiker auch hier viel von technischen Fertigkeiten, spielerischen Ideen und ganz besonders: Freude, zusammenzuspielen.

Im Ganzen also ein gelungener Abend. Die Probleme der Abmischung waren etwas ermüdend -- aber jedeR MusikerIn kennt ja das Problem, dass es mit der Technik nicht so klappt, wie man möchte (nur kurz verwiesen auf Fettes Brots "Mischerman's Friend" auf dem Album "Auf einem Auge blöd", wo die Bitte um mehr Mic im Monitor mit dem Sound Off für alle Mics beantwortet wird). Ob es aber wirklich nötig war, das zweite Stück abzubrechen, um Nachjustierungen vorzunehmen? Ein weiterer Grund für den Abbruch war, dass jemand trotz Hinweis nicht aufhören konnte, mit Blitz zu photographieren. Hier ein Tipp an alle Digitalkameraverwender: ein Blitz ist zur Aufnahme beleuchteter Bühnen nicht nötig -- oftmals sind die Aufnahmen deutlich genug (und damit viel näher an der Clubatmosphäre) oder aber eine kleine Nachbearbeitung am PC reicht für ein ausgezeichnetes Bild.

Doch zurück zum Kern. Billy Harts Schlagzeugspiel war in den Soli vielleicht weniger beeindruckend als erhofft, aber seine treibende Begleitung, sein Ideenreichtum für passende Kicks, Fills und Rolls und seine gefühlvolle Anpassung an die verschiedenen Teile, die sich in jedem Stück ergaben, waren beeindruckend. Lew Soloff war in jeder Hinsicht überraschend. Er kam nicht nur mit einem Wald von Trompeten auf die Bühne (ok... es waren bloß drei, aber für mich trotzdem überraschend), sondern er führte auch ein Lesebrillensortiment mit sich, aus dem immer wieder auf der Nase ausgetauscht wurde. Seine Klang- und Technikvielfalt waren überzeugend und gaben jedem Solo einen individuellen Anstrich, da bestimmte Elemente eben nur in dem einen Stück vorkamen. Und auch wenn Soloffs Spiel der Piccolo-Trompete dem klassisch-gewohnten Ohr etwas "anders" vorkam, war es doch auch mal eine neue Facette.
Eine Entdeckung für mich waren die beiden anderen Musiker des Abends. Pilc, der eine große Könnerschaft beim Ausreizen der Akkordalterierungen mit einer wahnsinnigen Technik präsentierte und besonders Moutin, der mit Leidenschaft, Wut, Hast, Liebe, Zärtlichkeit und noch so viel mehr an seinem Bass arbeitete. Das "Moutin Reunion Quartett" kommt definitiv auf die Hörliste -- nicht zuletzt, wegen des Saxophonisten, Rick Margitza...

Montag, 2. März 2009

Song Fu 3-2

Und nach einiger Verspätung war sie dann endlich da: Runde 2 des Song Fu 3. Nach der Aufgabe, einen "Happy Song" zu verfassen, war die Aufgabe, nur 10 Worte zu benutzen, schon deutlich schwieriger zu bewältigen. Die Siegerin der ersten Runde hatte die vielen Stimmen wohl nicht verkraftet (doch hört selber Molly Lewis an). Sieger in Song-Titel definitiv: "The Mushroom Folk Devour The Tresspasser" (Harry Macrea), allerdings eine 1:1-Kopie des eher geöhnungsbedürftigen Songs aus der ersten Runde. Nach Ausscheiden zweier "Masters" gibt es keine Konkurrenz für Paul & Storm mehr. Schade, denn so kann ich ihren Song leider nicht abwählen...

Meine Stimmen gingen an:

- Edric Haleen, "Mad-Libs" (für die mit Abstand beste Idee dieser Runde)
- Mike Lombardo, "Sandwich Girl" (für eine ausgezeichnete Stimme, dafür, dass ich seinen schönen Pop-Song in der ersten Runde nicht wählen konnte und eine wunderbare Alltagsliebesgeschichte in 10 Worten)
- Insane Ian, "Consortium of Comprehention" (für Stilsicherheit)
- Jutze, "God of Bingo" (dafür, dass auch mal jemand richtig zu rocken/punken wagt; 10 Worte reichen bei einer Ballade nämlich viel länger... *gähn* bei vielen anderen Songs dieser Runde)
- AudioMohel, "Greasy Bacon" (dafür, dass ich mich auch danach sehne)
BACON!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Song Fu 3-1

Wieder einmal war es soweit: es wurde zum Song Fu gerufen mit der Aufgabe in der ersten Runde, einen "Happy Song" zu schreiben. Wunderbar. Das Fu möge mit allen sein und teilweise war es wirklich schwer. Als Favoriten unter den Herausforderern blieben (ohne eine besondere Ordnung):

"I pity the fool" von Molly Lewis (dafür, dass man sich das Leben echt schwer machen könnte)
"Happy" von Insane Ian (dafür, dass man sich das Leben echt leicht machen kann)
"One little happy thought" von Jarrett Heather (dafür, dass Politik einem das Leben nach acht harten Jahren manchmal leicht machen kann)
"A mallful of brains" von Jutze (dafür, dass Zombies sich das Leben wirklich nicht leicht machen)
"Happy (H.A.P.P.Y.)" von Crabbydad (dafür, dass es einfach ein "Happy-Song" ist).

Von den "Matsers of Song Fu": "The happy song" von Garfunkel & Oates.
Knapp dahinter: "Hippie with a Jembe" von Paul & Storm.

Auch wenn es nicht Jazz ist: Reinhören lohnt sich!

Dienstag, 10. Februar 2009

Start 2009: Loussier, Pepper, Smulyan

Das Jahr 2009 startete musikalisch v.a. geprägt durch (Weihnachts-)Geschenke. Zunächst und besonders durch die Decca-Zusammenstellung "Play Bach" mit dem Jacques Loussier Trio. Die enthält zwar leider nicht so richtig alle fünf "Play Bach"-Alben, aber ist immer noch eine Zusammenstellung exzeptioneller Musik. Mir ist zwar zum Teil nachvollziehbar, dass diese Adaptionen als eine Verflachung der Bach'schen Musik gesehen wurden. Doch nur an der Oberfläche. In der Tiefe ist aber die improvisierte Struktur von Anfang an in der musikalischen Tradition, in der Bach stand, enthalten. In meinen Ohren und meinem Gefühl stellt Loussier damit nur die konsequente und zeitgemäße Fortführung des Werkes dar (Decca, 0005900).
Manche Adaptionen abseits des Bach-Pfades bleiben mir wohl noch etwas verschlossen. Zum Beispiel Loussiers Bolero. Die Gymnopédies und Gnossiennes sind auch großartig, die Vier Jahreszeiten ein Ohrenschmaus.

Ich habe früher nie Musik anderer Bariton-Saxophonisten gehört. Warum auch immer. Ich mag Gerry Mulligans Sound nicht und habe in früheren Zeiten bereits in Kleinstädten gelebt, in denen es nicht so einfach war, an Musik abseits der tief ausgetretenen Pfade zu kommen. Eine Platte von Hamiett Bluiett befand sich noch in meinem Repertoire. Und eine mit ziemlich easy-listening angehauchter Fahrstuhlmusik von Ronnie Cuber. Und alles zusammen vermutlich nur faule Ausreden, warum ich nicht schon früh vernünftig an meinem Stil gearbeitet habe, sondern Michael Brecker tagtäglich rauf und runter hörte.
Beim Herumlesen im "Jazzbuch" konnte ich das Kapitel über Baritonsaxophonisten dann allerdings kaum mehr ignorieren und nahm dort zwei Pfade auf, auf die mich mein alter Saxophonlehrer gebracht hatte (neun Jahre zuvor). Dank der Möglichkeiten des Internets, ist man heute ja endlich nicht mehr auf die Kleinstadt beschränkt, die vor der Tür liegt...

Der eine Pfad ist Pepper Adams. Pepper sagte über Harry Carney: "See, no baritone player should be afraid of the noise it makes. Carney isn't. He gets right down into it, inside it." Ein Satz, den sich Pepper, wegen seines scharfen Sounds auch als "the knife" bekannt, sicher selber zu Herzen nahm. "The complete Regent sessions" trudelte als Geschenk in meine Sammlung und haute mich um. Die unglaubliche Geschwindigkeit und Leichtigkeit, mit der Adams durch die Chorusse seiner Lieder rauscht. Dabei ständig so klingend, als würde er sich doch an jeder Stelle bequem niederlassen können -- um ganz nebenbei einen Stapel Holz zu hacken. Oder zu sägen. Hard in seinem sehr Bebop orientierten Stil (die Aufnahmen sind von 1957) -- ein whrer Hörgenuss (FSR-CD491).

Gary Smulyans "Homage" war damit nur eine konsequente Fortsetzung. Meine Freundin wollte mich mit einer neuen CD überraschen und tat geheimnisvoll. Sie legte die CD ein -- doch kaum waren die ersten paar Töne gespielt konnte ich ihr sagen, wer das war. Ein fast übertriebener Pepper Ton vor einem modernen Jazz Hintergrund waren für mich sofort klar einordnbar. Sicher legitim erscheint der Versuch von Smulyan Adams mit einer Homage zu huldigen: acht ausgewählte Kompositionen, die verschiedene Seiten aller Beteiligten zeigen. Und v.a. gute Seiten: von dem Komponisten Adams und dem Baritonsaxophonisten Adams in der deutlich ihm verpflichteten Spielweise; dem Baritonsaxophonisten und Leader Smulyan, der flexibel zwisch Post-, Hard-Bop und deutlich modernen Klängen changiert, ohne das Motiv Adams zu verlieren; und der ausgezeichneten Rhythmusgruppe, der eine passende und sehr tighte Rahmung gelingt (Tommy Flanagan, pn; Ray Dreummoind, b; Kenny Washington, dr). Wer nicht viel Zeit hat, höre mal "Ephemera" (Criss 1068).

Dienstag, 3. Februar 2009

EST - Leucocyte

Eine Bekannte kam die Tage zu mir und meinte, sie hätte da ja eine ganz komische CD. Das wäre ganz seltsame Musik, irgendwie berührend, sphärisch. Angeblich würden die Jazz machen. Sie sprach von "Leucocyte" vom EST. Wir unterhielten uns ein wenig darüber und sie meinte, sie würde noch mal hinhören. Einen Tag später erreichte mcih eine Mail, in der sie mir schrieb, dass die CD es ja in sich hätte. Besonders, seitdem sie die CD nicht nur im Auto höre, wo nur ein Bruchteil der Töne bei ihr ankäme.

Ich hatte das Vergnügen schon ein paar Tage vorher, als mein Quartettkollege so freundlich war, mir die CD auszuleihen. Ich hörte sie auf einer Dienstreise, die mich auch über die verschneite schwäbische Alb führte. Hier gehörte die Musik für mein Gefühl hin. Einsam. Schwebend. Auch rauh und aggressiv. Im Vorbeifahren betrachtet.

Sonntag, 25. Januar 2009

Brownies

Ich werde oft mit meiner Einstellung zu Süßigkeiten etwas belächelt. Ich esse eigentlich nur Schokolade, die mit Schokolade übergossen wurde und Schoko-Stückchen enthält. Ab 70% Kaokao-Gehalt. Da habe ich einige Erfahrung.
Da traf mich die Erkenntnis, als ich heute gerade einen Pecan-Brownie in einem mittelmäßigen Nachmittagskultur-Discounter verzehrte, wozu der Brownie eigentlich da ist. Es geht darum nahezu 100% Schokolade so zu tarnen, dass es nicht auffällt. Dieser Brownie erfüllte das Ziel ausgezeichnet.

Meta-Communication

Am 11.01.2007 startete ich auf der Suche nach dem Jazz, beginnend mit einer CD der Michael Neff Group. die mir ausgezeichnet gefiel. Über zwei Jahre sind nun seit dem vergangen und die Aktivität auf diesem Blog war eher mäßig. In Jahren sind wir eigentlich aus den Kinderschuhen raus, aber sind die Themen gut genug ausprobiert, um tatsächlich auf ihre Beständigkeit und ähnliches geprüft zu werden? 40 Einträge in zwei Jahren sind nun nicht gerade eine beeindruckende Zahl.
Die Kategorie "Jazz" scheint irgendwie zu funktionieren. Eine Mischung aus Konzertbesprechungen, Reflektionen und der Suche danach, was Jazz denn nun sein könnte, scheinen zumindest genügend Schreibstoff zu liefern. Ich scheine nur etwas wenig über Konzerte schreiben zu können. Eng verbunden damit die noch relativ neue Kategorie "Sein", die sich damit auseinandersetzt, was es denn bedeutet, etwas zu sein. Jemand zu sein. Generell eine solche Zuschreibung zu erhalten. Ähnlich scheint es auch genügend Eindrücke zu geben, die irgendwie mitgeteilt werden -- und sei es nur, weil sie besonders mit Berlin verbunden sind.
Eine Kategorie, die sehr gut anfing und meines Wissens auch die einzige ist, die eine echte Außenreaktion hervorrief (abgesehen davon, dass ein paar Worte zu Bernd Reincke auf dessen Homepage verwendet werden) ist "Fragen an die Welt". Es gab aber wohl nicht genügend Dinge, über die ich mich wundere. Ein sterbender Zweig dieses Blogs?
Bleibt noch das Reflektieren über die "Lebensart", die man so hat, die wir so pflegen. Nette Restaurants, die Arten Tee und Kaffee zu trinken und viel Schokolade -- da muss noch nachgelegt werden. Kommt noch. Versprochen.
Und wie weiter? Getreu dem Motto, dass man nicht erwarten kann, dass sich jedermann/-frau für einen interessiert, weiter wie bisher. Die Aktualität wird es weitergeben: gesehene Filme (für den nächsten Monat alle Filme aus den letzten zwei Jahren einsehbar), die meistgehörte Musik des letzten Monats (vielleicht mit lastFM-Feed, was aktuell läuft) und andere Meme, die mich gerade bewegen (z.B. Bücher), werden zu lesen sein.

Bis bald, man liest sich!

Mittwoch, 21. Januar 2009

Breaking mixed news

Jazz startet wieder. Auch bei mir. Ist es das neue Jahr? Oder Frühlingsstimmung? Oder die Freiheit, Dinge auszuprobieren, die man gerne machen möchte?

Seit Dezember spiele ich wieder in einem Saxophonquartett -- bislang noch nichts Großes, aber wieder Musik und Freude. Gegen Mitte des Jahres gibt es darüber sicher mehr zu berichten und vielleicht lohnt sich dann auch eine Verlinkung.
Seit gestern habe ich auch wieder Unterricht auf dem Bari-Sax. Lustiges Gespräch mit dem Lehrer zum Einstieg darüber, wie schwer es ist, von Musik zu leben. Er ist heute Kneipier. Und seine erste Erfahrung, als er aus Polen nach Deutschland kam und Musik machte (vor 25 Jahren): zur Aufnahme in eine Band spielte er ein paar Jazzstandards. Unterhaltung der anderen Bandmitglieder, die er noch nicht verstand, aber er sah, dass sie etwas unzufrieden waren. Also spielte er ein paar Chorusse über "Giant Steps". Noch mehr Unmut. Ihm wurde dann "Über sieben Brücken" vorgespielt.
So, wie ich die Szene hier in der Region sehe, hat sich da nicht so viel geändert...

Sonntag, 11. Januar 2009

Bücher

Manchmal war es gut, Bücher zu lesen, die mit Musik zu tun haben. Auch dann, wenn sie von der Jazz-Polizei angehaucht waren. Berendt's "Jazz-Buch" war ein solcher Fall. Mal wirklich durchzuackern, wen es alles so unter den Bariton-Saxophonisten gab und sich dann zu überlegen, welche CDs man sich als nächstes mal anhören konnte. So kam ich denn nicht mehr um Pepper Adams herum. "The Complete Regent Sessions" versüßte mir die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Ausgezeichnet.

Dennoch warf dieses Album mal wieder eine von den Zen-Fragen auf: Warum kann man nicht sich auf das Wesen der Dinge konzentrieren? Statt Pepper Adams' CDs einzeln zu veröffentlichen (oder in einer Mehrfach-CD-Edition) und damit dem im Namen enthaltenen "Complete" gerecht zu werden war es lediglich eine Zusammenstellung von sieben Titeln der Alben. Eine ausgezeichnete Zusammenstellung. Doch was war mit dem Rest?

Dasselbe stellte ich heute mit der Dreier CD-Box "Play Bach" (Jacques Loussier) von Decca fest: auch hier ein eher beliebiger Zusammenschnitt statt einer vollständiger Wiedergabe der fünf "Play Bach"-Alben. Immer noch phantastische Musik, die ebenfalls die Zeit zwischen den Jahren zum swingen brachte. Darum geht es dabei ja nicht: das Werk selber wird dadurch ja nicht schlechter -- nur sind Mix-Tapes eine sehr heikle Sache (s. "High Fidelity").

Andere Bücher geben auf noch interessantere Weise Anregung für Musik. Murakamis "Hard-boiled wonderland and the end of the world" enthielt mal wieder einen Schatz an Plattenempfehlungen und Titeln, nach denen ich suchen werde. Bei Rafik Zabors "Der Bär kommt heim" versteht sich das ja von selbst...

Samstag, 13. Dezember 2008

Linie 106

Und da war es wieder. Ich kam zurück und Berlin war da. Vielleicht ein wenig älter als beim letzten Mal, aber wie ein guter alter Stammkunde in der Eckkneipe saß es in der Tiefebene. Die Bäume in den Feldern vor Spandau noch immer voller Misteln. Am Hauptbahnhof immer noch der Trubel. Am Kiosk an der U-Bahnstation, meinem Ziel in Schöneberg, immer noch dieselben Gestalten mit ihren Bieren und Hunden. Ich wußte, was ich an Berlin mochte. Es war einfach da. Und nahm mich gerne auf. Und darauf war Verlaß.

Gestern Abend: der Akazienkiez und eine Feier in einer der Eckkneipen. Freunde von Berliner Freunden -- Vodka trinkende und kräftig rauchende Russen. Dazwischen Tanzen. Dabei Tanzen. Und eine Künstlerin aus Michigan, die ihre Europaträume verwirklicht (Kellie Pickard). Zurück durch das stille Schöneberg, an dem ich nicht mehr wohnte, ein Teil von mir aber sicher geblieben war.

Heute, Linie 106 Kleistpark -- Beusselstraße. Mitten durch Berlin. Mitfahrer, die eine überlaute Handytelefoniererin zurechtweisen. Erstaunlich freundlicher Busfahrer. Und eine Frau, die sich entschuldigte, als sie mir bei Aussteigen auf den Fuß trat. Und da sage noch jemand, die Berliner seien unhöflich. Und viele freundliche Personen aus der Vergangenheit. Leben, die sich hier wieder kreuzen. Ein wenig neue, gemeinsame Gegenwart produzieren.

Die Berliner Luft. Kalt. Mischung aus weiten östlichen Ebenen und Kohleöfen.

ZIP's "One o'clock jump" at Andernach

Wieder einmal auf Schienen unterwegs gewesen. Raus aus einem wolkenverhangenen Moseltal in Richtung des Nabels der Republik. In Andernach ging am Rhein langsam die Sonne auf. In meinen Ohren setzte sich ZIP gerade mit dem Swing auseinander („One o'clock jump / What the funk“; Album: "Gettin' x-perimental over u", Verve).

"Swing is the passing of good time. Good time is an instinct: either you have it – or you don't."

"Money don't swing – though what it buys certainly can."

"Monk – Swing!"

"The weak beat swings – 2 and 4."

"Generelizations don't swing."

"White people who call black people funky don't swing."

"If you don't know, what the funk I'm talking about, you probably don't swing."

Freitag, 28. November 2008

Cedar Walton Quartett / Wittlich & Christian Scott / London

[27.11.2008] Es erinnerte etwas an den Palace Hotel Ballroom bei den Blues Brothers: neben Stuck an der Decke und einem schön gemusterten Teppich als Tapete an den Wänden, wirkte das Kasino Wittlich wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Tagen, die vielleicht nicht besser waren, aber mehr Wert auf Ausschmückung legten. Vielleicht der richtige Ort, um in diese tage zurückzureisen. Auf dem Programm stand das Cedar Walton Quartett mit Javon Jackson (ts), David Williams (b), Alvin Queen (dr) und natürlich Cedar Walton (pn).
Nach einer charmanten, leicht selbstironischen Ansage von Mr Walton begann das Konzert mit "Cedar's Blues", was bei mir alte Erinnerungen weckte, da es lange das Startstück einer Combo war, in der ich mehrere Jahre spielte. Passend zum Interieur war der Beginn des Konzertes eine Lektion in stage-politeness: schön abgegrenzte Soli, nach dem Lead von Cedar Walton jeder einmal, trading-12's mit dem Schlagzeuger. Insgesamt fein.
Doch die Probleme, die den Abend etwas lang werden ließen, zeichneten sich auch hier schon ab. Cedar Waltons Klavierspiel, obwohl gelenkig, schnell und feinfühlig, nahm jedes der präsentierten Stück von einem sehr ähnlichen Ende her. Schreibt Joachim Ernst Berendt davon, dass ein konstituierendes Merkmal des Jazz nicht allein die Improvisation, sondern die klare, unverwechselbare Interpretation durch einen Musiker ist, so war dies fast fehlend: wenigstens 40 Jahre Pianointerpretation durch eine Vielzahl von Interpreten lasteten schwer auf Waltons Klavierspiel, dem das Unverwechselbare, der Drive und ein Ziel zu fehlen schienen.
Ähnlich verhielt es sich mit den Soli von Javon Jackson. Obwohl auch er mit einem sehr offenen, warmen Tenorsound und eine akkurate Technik eine deutliche Bühnenpräsenz erreichte, fehlte seinen Soli eine Richtung und vor allem Intensität. Ich gewann über den Verlauf des Abends mehr und mehr den Eindruck, dass beide (Walton & Jackson) nicht wirklich in das involviert waren, was sie taten. Lediglich die letzten beiden Stücke des abends zeigten einen Hauch des Galnzes des Hardbop, den ich erwartet hatte: zweimal packten sie die unbändige Kraft in ihren Soli aus.
Für diesen Teil des Abends und der Band hätte man mir vielleicht vorwerfen können, dass es etwas blauäugig gewesen sein könnte, von einer in Jahren gestandenen Band (Walton ist nun auch schon 74 und Jackson mit 43 Jahren der jüngste der Band) vor einem in Jahren ebenso gestandenen Publikum ein berauschendes Fest, eine Wiedergeburt der Hardbop-Zeiten oder gar Erleuchtung durch Neues zu erwarten. Lügen strafte einen dann aber die andere Hälfte des Quartetts.
David Williams spielte einen soliden, harten Kontrabass, der der Band ein unumstößliches Fundament verlieh. Seine Begleitung war je nach Stück deutlich variiert und alleine fast melodiös. In seinen Soli bemühte er sich zwischen Intensität und einfallsreichen Zitaten eine deutliche Variation zu erreichen.
Geradezu von einem inneren Feuer beseelt und getrieben wirkte Alvin Queen hinter seinem Schlagzeug. Negativ formuliert könnte ich sagen, dass er mit seinem Spiel den Rest der Band zudeckte und eine Entwicklung fast unterdrückte. Unter 100% gab es keinen Moment bei ihm. Eine schier nicht abnehmende Fülle von Kicks und Betonungen, Fills und Rolls in die Soli der anderen einwerfend (durchweg nicht aufgenommen durch die anderen Musiker), auf rhythmische Figuren eingehend, treibend und die anderen bei ihren Soli durch Grunzer und Ausrufe anstachelnd schien er allerdings den Kampf um die Momente des Höhenflugs nicht aufgegeben zu haben. Zumindest in seinen Soli und tradings konnte er durchstarten, die Fesseln des Rests der Band ablegen.
Kein Anschluß an die alten Tage, keine wirklich neue Sache -- von dem, was sich derzeit so auf meinem Plattenteller dreht empfehle ich ein gemütliches Anhören oder gar Tanzen und ekstatisches Zucken zu "Somtehin' Else" von Cannonball Adderley.

[13.10.2008] Dass dieses Blog auch eine Suche nach dem Jazz in mir ist, ob Jazz überhaupt meine Musik ist, wurde mir schmerzlich bewußt, als ich Ende September zu recherchieren begann, welches Jazz-Konzert ich in London besuchen würde, wo ich ein paar Tage Urlaub machte. Ich stieß dabei auf Christian Scott, der mir einfach kein Begriff war. Trotz Grammy-Nominierung. Und all dem Hype, den es um solche "junge Wilde" immer wieder gibt. Stand ich auf dem Jazz-Schlauch?
Der Auftritt im Pizza Express/Soho war dann allerdings eines der besten Konzerte, die ich seit langem besuchte. Auch wenn die Musiker stellenweise sehr heraushängen ließen, wie besonders cool sie waren und wie leicht ihnen dieses Auftreten vor einem essenden Publikum fiel, wie besonders unbeeindruckt sie von der Auftritssituation waren, so waren sie bei ihrem Spiel doch völlig da. Von der ersten bis zur letzten Vibration ihrer Instrumente eines Stückes war zu spüren, dass sie ganz genau darauf hörten, was sie selber taten, was die anderen taten und wie das ein gemeinsames Ganzes entwickeln könnte. Daraus entwickelte sich eine Intensität und Atmosphäre, die die Musik unvergesslich macht. Wahrscheinlich etwas, dass ich besser nie auf CD hören sollte. Danke.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Das Sein an sich und an Dir: Der priviligierte Ort der Weltperspektive

Wieder ein Gespräch mit der Freundin gehabt. Ein erster Kommentar zum Ganzen von Ihr: ein Zitat von Paul Ricoeur:

"Der priviligierte Ort der Weltperspektive, den jedes Subjekt darstellt, ist die Grenze der Welt und nicht einer ihrer Inhalte. Und doch erscheint in einem gewissen Sinne - der rätselhaft wird, nachdem er zunächst selbstverständlich zu sein schien - das Ego des Äußerungsakts in der Welt, wie es die Zuschreibung eines Eigennamens an den Träger der Rede bezeugt. In der Tat bin ich es, ein bestimmtes Ich, ich P.R., der die Grenze der Welt ist und der sie nicht ist. In dieser Hinsicht treibt folgender Text des Blauen Buches die Aporie weiter: " Als ich in aller Aufrichtigkeit sagte, daß nur ich sehe, war ich auch geneigt zu sagen, daß ich mit "ich" nicht wirklich L.W. meinte; allerdings könnte ich zum Nutzen meiner Mitmenschen sagen: "Es ist jetzt L.W., der wirklich sieht" obwohl es das nicht ist, was ich wirklich meine".

Montag, 6. Oktober 2008

Pures Erwachen ("Seiltänzertraum", "Live")

Ein Post, bei dem ich nun fast sechs Monate mit der Veröffentlichung wartete:

Die Erfahrungen mehren sich: ich habe schon einiges an Zeit hinter mir. Nicht unbedingt vielleicht meine Beste, so wie die Statistik aussieht auch nicht den größten Teil, aber doch schon mehr als viele andere Personen. Da war vor einigen Wochen die Party, auf der zu sehr vorgerückter Stunde einige 90er-Jahre Sampler auftauchten. Ich dachte mir nichts böses dabei und tanzte mit einigen anderen um den 1980er Jahrgang herum um den Ghetto-Blaster (ja, so nannte man das damals), sang und hatte eine gute Zeit. Etwa eine Stunde später spricht mich ein Typ darauf an, dass ich ja nahezu alle Songtexte mitsingen konnte. Ob ich das noch "live" miterlebt hätte...
Viele Reaktionen möglich. Korrektur des Gebisses des Sprechenden. Wegdrehen. Lachen. Natürlich reichte es zu nichts von alledem. Immerhin schien ich noch jung genug auszusehen, dass die Frage gestellt werden musste. Und er war nur vier Jahre jünger. Ist das derzeit schon der Generationenabstand?

Vor ein paar Tagen hatte ich aus heiterem Himmel (und situativ zwar nachvollziehbar, dennoch nicht weniger überraschend) einen Ohrwurm von "Hör gut zu" von Pur. Nachdem der drei Jahre jüngere Grund für diesen Ohrwurm das leider nicht ganz einordnen konnte, brachte ich ein paar Tage später Purs "Seiltänzertraum" mit. Mir war gar nicht klar, wie lange ich die CD nicht angehört hatte. Aber es ist eine von sechs CDs gewesen, die gleichzeitig als Weihnachtsgeschenk vor vielen Jahren (wohl 1993) in meinen Besitz kamen und der Anfang einer ganzer Reihe von Kisten waren, die das Umziehen mittlerweile etwas erschweren...

Seit dem ist musikalisch für mich viel Wasser den Fluß heruntergeflossen. Das "Live"-Album von 1992 ist tatsächlich noch wirklich gut, nahe an einer Band mit Aussage und fast ein wenig Power. Und die Texte gehen mir zum Großteil noch wirklich gut von den Lippen.

So einfach sein

Und sie haben Recht. Die F4 und alle anderen. Die behaupten, dass das Leben einfach sein könnte. Sich auf das Wesentliche beschränken. Direkt sein. Klar sagen, was man will. Léon macht es vor. Er macht seinen Job, er liebt seine Pflanze. Er ist bewegt von einer klaren Erinnerung und es gibt ein paar wenige Regeln, die er befolgt. Ein italo-amerikanischer Zen-Meister?
Begehren ist vermutlich wirklich der Beginn allen direkten Strebens. Und all der Dinge, die das Leben schwierig machen, allen Leidens. Und damit vermutlich doch allen Lebens.

Das Sein an sich und an Dir

Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Post hier hin passt -- daher wartete ich zehn Monate und einige Abwandlungen ab, bevor ich es heute doch versuchen wollte:

Vor den Festtagen hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, das sich eigentlich um verschiedene Konzeptualisierungen des "Ich" drehte. Bei Kaffee und Schokolade drifteten wir aber gemütlich in die Unterschiede der Bewertung von Äußerlichkeiten bei Männern und Frauen ab und landeten schließlich bei der Aussage, dass "Du bist..."-Sätze besser vermieden werden sollten, da die individuelle Selbst-Konstruktion des Gegenübers einem in der Regel verschlossen bleibe und man selber daher nicht wissen könne, welche Wirkungen diese Sätze haben würden. Ein Kompliment könnte so z.B. auch tiefe Verletzungen nach sich ziehen.

Ich merkte schon damals im Café, dass ich da auf eine wichtige Sache für dieses Blog gestoßen war. Und so ließ es mich die vergangenen zwei oder drei Wochen auch nicht mehr los. Wenn ich mich hier auf die Suche nach "dem Jazz" mache, konstruiere ich mich selbst als "Jazzer"? Was würde ich empfinden, wenn jemand mich als Jazzer bezeichnen würde? Oder mir dieses Attribut abspräche?

"Du bist"-Zuschreibungen sind tatsächlich schwierig. Gerade im Interpersonellen Bereich können sie ganz schön Probleme nach sich ziehen. Ich denke dabei weniger an objektiv gut nachvollziehbare Zuschreibungen wie "Du bist schwarz gekleidet" oder "Du hast blondes Haar". Auch wenn hier bereits immenses Konfliktpotential verborgen sein kann ("Nein, das ist dunkel-anthrazit", "Mein Haar ist sonnen-hellbraun"), kann doch häufig über das "Du bist" Einigkeit erzielt werden. Wie ist es aber mit dem in einer Beziehung oft früher oder später fallenden Satz "Du bist schön" (oder eine seiner vielen Varianten).
In diesem liegt natürlich ein immenses Verletzungspotential, die Möglichkeit, Wunden aufzureißen oder dergleichen mehr. Da "Schönheit" trotz der Theorie des goldenen Schnitts oder der zu einem guten Teil wissenschaftlich geklärten Frage der Attraktivität sich in gewissen Argumentationsformen fassen ließe, ist es kein objektiver Sachverhalt. Und selbst wenn man sich in das Argumentationsgefüge wissenschaftlicher Attraktivität begibt, heißt "Du bist schön" besonders nur eins: "Deine körperlichen Merkmale, die mir visuell zugänglich sind, sind besonders durchschnittlich" -- ob das der Intention des eigentlichen Satzes noch nahe kommt, steht damit auf einem anderen Blatt Papier.

Nehmen wir an, mit "Du bist schön" soll tatsächlich ein positives Werturteil über die andere Person abgegeben werden, das in der anderen Person ein positives Gefühl auslösen soll -- vermutlich dem Aussprechenden gegenüber. Die sprechende Person ist sich darüber im klaren, dass sie lediglich ein subjektives Urteil fällt, das auf ihren eigenen subjektiven Maßstäben beruht. Der Satz bedeutet dann also nur "Gemessen an dem, was ich für schön halte, schneidest Du ganz gut ab". Verschiedene Psychologische Erweiterungen sind hier möglich. Als Beispiel können wir herausgreifen:
  • kognitive Dissonanz: besonders bei längeren Beziehungen; ich habe jetzt so viel hier hinein investiert, wenn ich dich nicht schön finde, müsste ich mir eingestehen a) (günstiger Fall), dass meine Partnerschaftsprioritäten andere sind, b) (ungünstigerer Fall), dass ich hier viel Zeit und Kraft verschwendet habe;
  • social exchange theory: ich spreche diese Worte, die in dir ein positives Gefühl mir gegenüber auslösen sollen, damit ich andere Auszahlungen von Dir zurück bekomme.
Ein negativer Deutungsrahmen von Beziehungen? Vielleicht.

Was könnte so ein Satz denn dann ausdrücken? Die Formulierung eines gefühlten inneren Zustandes der durch eine Bewunderung, ein sich-nicht-satt-sehen-können, ein Herz-höher-schlagen-bei-Anblick oder etwas derartiges gebunden ist. Ok. Dann stehen wir aber vor dem Problem, dass "Du bist" tatsächlich nicht die richtige Formulierung ist. Dann müssten wir zu einer Formulierung, die das "Ich" in den Vordergrund bringt kommen. Das ist ja auch so ein psychologischer Allgemeinplatz geworden, dass zur Formulierung in Beziehungen mehr "Ich-Sätze" verwendet werden sollten. Ich gebe mir also Mühe und komme vielleicht zu folgendem:

"Ich finde Dich sehr schön".

So weit so gut. Des Problems Lösung? Ja, dann nun wird lediglich über den Zustand des Ichs gesprochen und die Existenz und Konstruktionsweise des "Du" sind für die Geltung dieses Satzes weitgehend irrelevant. Ja, denn nun ist die Person eigentlich verpflichtet zusätzliche Beweggründe, diesen Satz zu sprechen, offen zu legen, denn die müssten ja auch externalisiert werden: "Ich sage Dir, dass ich Dich sehr schön finde, um in Dir ein positives Gefühl mir gegenüber zu erzeugen" oder dergleichen. Stellt sich die Frage, ob wir uns überhaupt jemals über die Beweggründe einer Handlungsausführung bewußt sein können, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Nehmen wir einfach an, das sei so.

Aber nein, keine Lösung des Problems: denn wir nehmen damit an, dass das Personalpronomen "Ich" überhaupt eine sinnvolle Information enthält. Lars Gustafsson legt in seinem linguistischen wie literarischen Werk allerdings schön dar, dass "ich" eigentlich nur "Der Sprechende" bedeutet und auf diese Weise in die dritte Person überführt werden kann -- als allgemeiner Platzhalter, der keine weitere Definitionsmerkmale aufweist und auf eine beliebige Menge Denotate übertragen werden kann -- so lange sie sprechen können.

"Sein" ist also ein Problem -- ohne dem "Sein an sich" damit zu nahe treten zu wollen. Außerdem macht zu viel Wissenschaft und Nachdenken Beziehungen zwischen Menschen nur schwerer. Und der gnadenlose Relativismus, der als Hauptzeitströmung gekennzeichnet werden könnte, verhindert eigentlich jegliches sinnvolle Kommunizieren.

Ich bin Jazzer. Du bist schön.

Sonntag, 10. August 2008

Kassetten und Podcasts...

Fast hätte ich vermutet, dass wir endlich in irgendeiner Weise vorangekommen gewesen wären. Irgendetwas wenn nicht besser, so doch praktischer geworden wäre. Aber. Auf der Schallplatte konnte man immerhin sehen, wo ein neues Stück anfing. Und ein gezieltes Anspielen und Wiederholen war möglich. Tonband und Kassette sorgten dann dafür, dass mehr Musik gespeichert werden konnte, aber trotz viel Technik musste man sich am Ende immer noch merken, wie oft man jetzt schon vorgespult hatte und dergleichen. Auf der CD war dann gezieltes Anspielen, Wiederholen, Suffeln und so weiter möglich. Die DVD brachte und bringt und ungeahnte Datenmengen. Und beim Podcast sind wir dann wieder bei der Kassette angekommen. Die Qualität mag viel besser sein. Dennoch muss ich mir neuerdings statt Bandlaufzahlen nun Minuten merken, wenn ich aus bestimmten Casts ein Lied hören möchte. Oder es wiederholen.

Freitag, 11. Juli 2008

Searching for the perfect beat: Gilles Peterson / Mark Murphy / Brunnenhof

Und heute morgen war es mal wieder so weit. Ich traute mich kaum zu glauben, dass ich meine liebste Radiosendung, Gilles Petersons "Worldwideshow" tatsächlich als Podcast gefunden hatte. Auf dem Weg zur Arbeit wagte ich dann, nachdem ich mehrere Tage drum herum gescrollt hatte, den File auszuwählen. Und mich erwartete eine Offenbarung.
Nicht nur war es die Worldwideshow, wie ich es hoffte. Gilles hatte dazu in der Ausgabe Songs, die von Mark Murphy (s.z.B. http://www.jazzecho.de/artist_bio_mark_murphy_14920.jsp) interpretiert wurden, zusammengestellt. Unglaublich frische und interessante Interpretationen von Jazzstandards. Alle von sehr druckvollen Bands begleitet und mit hervorragenden Texten versehen. "Milestones", der erste Song des Casts nahm mich gleich gefangen. Ich fühlte mich zu Hause. Bei "My favourite Things" kann ich mich immer nicht entscheiden, was meine liebste Version ist. Al Jarreaus Version auf dem Live-Album "Tenderness" ist ein ganz großer Favorit wie auch die Version von Andre 3000's Musikern auf "The love below". Die Version, die Mark Murphy hier aber präsentiert, fällt nicht nur durch ihre ungewöhnliche Phrasierung auf, sondern auch durch ihre einfallsreichen Texte. Weiteres, unglaubliches Highlight: "Stolen Moments". "Red Clay". usw. unglaublich eben.
Wer es hören möchte, findet den Podcast bei Gilles Peterson unter: Vol.01, No.25 (http://www.gillespetersonworldwide.com/podcasts.php) Searching for the perfect beat: ziemlich nah dran würde ich sagen.

Gestern Abend: "NancY Xperiment" (Kopf: Pierre-Alain Goualch) im Brunnenhof (http://www.jazzclub-eurocore.de/programm.htm#brun2). Nett ist ein Wort, das mir einfällt. Viel mehr aber auch nicht. DJs mit auf die Bühne zu nehmen, ist seit Gurus "Jazzmatazz" oder "Buckshot Lefonque" nichts wirklich Neues mehr. Und seit der "Jazzkantine" auch in Deutschland nicht. Ich frage mich, wann endlich mal jemand die Idee haben wird, dass zwei Plattenteller sich nicht nur als Percussion einsetzen lassen, sondern wirklich für Musik und Aussagen nutzen lassen. Ist seit den Wurzeln des Raps in den 70er Jahren in diesem Genre bereits bekannt.
Modale Mainstream-Teile, unterbrochen von ewig gleichklingenden Interludes, die die Soli von einander trennten, überforderte Soundtechniker (viel zu leises Fender, Bass zu wenig Tiefen und mit ein wenig Abstand zur Bühne nur noch ein monotones Gebrummel) -- nett eben. Niemand wurde verletzt. Aber zum Glück auch keiner inspiriert. Zwei Leute waren allerdings hervorzuheben: der Saxophonist Denis Guivarc'h (http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendID=135573384) versuchte wirklich alles aus seinem Instrument herauszuholen und wirklich mit dem Pubikum in Kontakt zu treten. Und Remi Vignolo (http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=346383899) am Schlagzeug -- schade, dass der Gegenpart am Bass aufgrund der Abmischung oftmals nicht bei mir ankam. Searching for the perfect beat: nicht so richtig mit dabei.